Finden Sie diese Geschichte in Sept mook #54, Birmanie, la guerre oubliée
Hätten wir diese Geschichte erfunden, hätten Sie uns vorgeworfen, zu übertreiben.
Zwillingskinder an der Spitze einer mystischen Armee. Drogenbarone, die sich in den Bergen verschanzen. Missionare, die zu Kriegshelfern werden. Eine unter Hausarrest stehende Gegnerin, die zu einer weltweiten Ikone wird. Mönche, die eine Diktatur herausfordern, indem sie ihre Almosenschalen umdrehen. Ein Zyklon, den die Generäle nicht kommen sehen wollen. Neue Städte, die unter dem Einfluss von Astrologen gebaut werden. Und überall, immer wieder, Zivilisten, die von der großen Maschine der Geschichte zermalmt werden.
Doch alles ist wahr.
Alles beginnt im Sommer 2023, als ich eine Nachricht von Thierry Falise erhalte. Dieser belgische Reporter, der seit den 1990er Jahren in Bangkok lebt, bietet uns Berichte über Myanmar an. Als Kenner Südostasiens, das er seit dem Ende des Kalten Krieges bereist, erklärt er uns, er habe „enorm viel Zeit damit verbracht, ein Dutzend ethnischer Rebellionen vor Ort zu dokumentieren“. Er ist bereit, uns seine Kriegstagebücher, Texte und Bilder zu öffnen.
Ein Privileg. Denn das Goldene Land, in das Falise oft heimlich eingetaucht ist, hat die Kraft eines großen Freskos.
Walter, Bo Mya, Khun Sa, die Htoo-Brüder, Aung San Suu Kyi, Paw Htoo, David Eubank, Maui, die Mönche von Yangon, die Überlebenden des Deltas, die jungen karenischen Widerstandskämpfer: Die Helden zweifeln, die Opfer widerstehen, die Anführer befreien ebenso wie sie dominieren, die Gläubigen pflegen und kämpfen. Die Realität mag keine vorgefertigten Rollen.
In den Fußstapfen des großen Reporters durchqueren Sie vierzig Jahre eines komplexen und zerrissenen Landes, gefangen im Würgegriff von Diktaturen, ethnischen Spaltungen, tief verwurzelten Spiritualitäten und begehrten Ressourcen. Ein Land, in dem man am selben Tag unendliche Sanftheit und namenlose Brutalität erleben kann.
Gute Reise.